Herztour Pulheim - Le “Tour de
Coeur“ à Pulheim - The “Tour of Hearts“ at Pulheim
Eine Freizeitroute
für Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer – auch zum Wandern - rund um das
Stadtgebiet Pulheim.
Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club, Ortsgruppe Pulheim,
und die Stadt Pulheim haben diese Route ausgearbeitet, um unseren
Mitbürgerinnen, Mitbürgern, Fahrradfreundinnen und -freunden aus nah und fern
unsere Stadt und Umgebung näher zu bringen. Es gibt viel Schönes zu erkunden,
sei es die Landschaft, die Natur, Altes und Neues.
Die Beschreibung der Pulheimer Herztour beginnt am neuen
Rathaus in Pulheim, in unmittelbarer Nähe des Pulheimer Bahnhofs. Natürlich
kann die konkrete Rundfahrt an jedem beliebigen Punkt starten. Die Gesamtlänge
beträgt ca. 47 km.
Das neue Rathaus wurde am 11. Juni 1988 eingeweiht; es ist
auf dem ehemaligen Gelände des Canishofes errichtet worden. Ein Teil der
Gebäude vom alten Hof, die aus der Zeit um 1850 stammen, wurden mit dem neuen
Teil des Rathauses in das Gesamtkonzept mit einbezogen, so dass eine wunderbare
Mischung von Alt und Neu entstand.
Vom Parkplatz am Rathaus in Pulheim führt unsere Tour
über die Steinstraße auf den Radweg entlang der K 25 nach Geyen. Dieser Ort
wurde erstmals 962 als Villa Geginia erwähnt. Bereits im 14. Jahrhundert hatte
Geyen einen Rittersitz. Auch die Anlage der Junkerburg stammt aus dieser Zeit.
Nach einem Brand im Jahre 1664 wurde die Burg in der Form, wie sie noch heute
erhalten ist, erbaut.
In Geyen geht es vorbei an der Kirche (2,2 km) und
dem alten Brauhaus nach Sinthern. Auch dieser Ort wurde erstmals 962
urkundlich erwähnt. Der Ort bestand damals aus zwei verschiedenen Ansiedlungen.
Der untere Teil trug den Namen Sintere und der obere mit der Kirche hieß damals
Kirchdorf (Kyrdorp). Erst im 17. Jahrhundert setzte sich der Name Sinthern
durch. Vor der Kirche St. Martinus (1,2 km) fahren wir links in die
Straße Am Birkengraben und in ihrer Verlängerung den Fahrradweg nach
Brauweiler. Entlang der Helmholtzstraße und Kastanienallee und anschließend
links auf den Radweg Mathildenstraße geht es dann nach Freimersdorf (3,3 km).
Freimersdorf wurde erstmals in einer Liste von Gütern
genannt, die 1028 vom Pfalzgrafen Ezzo der Abtei in Brauweiler vermacht wurden.
Vremersdorp, wie es damals hieß, bestand hauptsächlich aus einzelnen Höfen.
Besonders beachtenswert ist am ehemaligen Fronhof die monumentale
Figurengruppe, welche Maria mit dem Kinde flankiert von zwei Engeln darstellt.
Jetzt fahren wir weiter auf einem Wirtschaftsweg (rechts hat
man einen schönen Blick auf die alte Mühle von Brauweiler) bis zur L 183 am
Schlittberg. Rechts folgen wir dem Radweg entlang der L 91 über die Kreuzung
hinaus bis wir nach 200 m links in den Wirtschaftsweg abbiegen, der zum
Staatsforst Ville führt. Am Waldrand halten wir uns rechts und folgen dem
Wanderweg. An seiner höchsten Stelle haben wir einen wunderbaren Blick über das
gesamte Stadtgebiet und bei klarem Wetter kann man sogar weit in das Bergische
Land schauen. Ein Abstecher in den Staatsforst ist zu empfehlen. Nach 600 m
biegen wir rechts ab auf eine Feldstraße, die nach Dansweiler führt.
Dansweiler wurde erstmals in einer Liste von Anno 1028 der Abtei
Brauweiler genannt. Erwähnenswert ist auch ein Kreuz aus Basaltlava, welches am
Rande einer Sandgrube nicht weit entfernt vom alten Forsthaus steht. Es soll an
ein Unglück erinnern, das sich 1849 ereignete. Damals wurde die 27 jährige
Gertrud Dahmen vom Sand verschüttet und erstickte.
Nachdem wir den Ort Dansweiler (5,6 km) mit seiner
alten Bausubstanz durchquert haben, gelangen wir über den Vochemsweg nach Brauweiler.
Bekannt wurde der Ort durch die Benediktinerabtei, die im Jahre 1024
gegründet wurde. Der Ort ist jedoch viel älter als die Abtei, die 1802
aufgelöst wurde. Die Gebäude haben anschließend verschiedenen Zwecken dienen
müssen. Durch umfangreiche Umbau- und Renovierungsarbeiten wurde schließlich
die Voraussetzung geschaffen, der geschichtsträchtigen Stätte den Charakter
einer Kulturstätte zu geben.
Vorbei an der ehemaligen Abtei (2,6 km) folgen wir
der Straße nach Sinthern. An der Kapelle (1,4 km) geht es links
über die Kreuzstraße und den Manstedtener Weg auf dem Wirtschaftsweg nach Manstedten.
Manstedten wurde erstmals in dem Verzeichnis von Gütern genannt, mit denen
Pfalzgraf Ezzo die Abtei Brauweiler 1028 ausgestattet hatte. Der Ortskern
besteht aus einer Gruppe von alten Gehöften, deren Prunkstück der an der
Büsdorfer Straße gelegene Domhof ist.
In Manstedten (2,0 km) fahren wir weiter auf der
Bergheimer Straße Richtung Pulheim. Nach 500 m biegen wir links auf den
Wirtschaftsweg ein, der uns vorbei am Naturschutzgebiet Ommelstal führt –
vorbei an der (zukünftigen) Pausenstation, die dort aus Spenden der
ADFC-Feierabendtouren errichtet wird. Von der Pause gestärkt geht es bergauf
zur K 20. (Auf dieser Kurzstrecke gibt es die einzige Bergwertung unserer
Tour.) Eine kleines Stück fahren wir nach rechts entlang der Kreisstraße, um
dann links auf einen Wirtschaftsweg nach Ingendorf abzubiegen.
Ingendorf, 1024 als Ingendorp erwähnt, wurde in den
zwanziger und dreißiger Jahren berühmt durch seine Kaltblut-Pferdezucht. Auch
wurde hier die letzte Folge des Fernseh-Kriminalfilms „Das Halstuch“ gedreht.
Leider ist der Hauptdrehplatz, eine große Scheune, vor ein paar Jahren
abgebrannt. Nicht weit von hier befindet sich das Stommeler Freibad, eine
wunderschöne Anlage, die zum Verweilen und Ausspannen einlädt.
Am Ortsende von Ingendorf (5,1 km) geht es rechts
weiter auf einem Wirtschaftsweg, der uns über den Radfernweg R 18, den Radweg
entlang der Venloer Straße und auf weiteren Wirtschaftswegen nach Stommeln gelangen
lässt.
962 wurde Stommeln erwähnt als Besitzung des Stiftes St.
Cäcilien in Köln. Das Zentrum der Stumbele genannten Siedlung war der Herrenhof
und die Kirche St. Martin auf dem Kirchberg. Im Mittelalter war Stommeln der
Sitz des Rittergeschlechtes der von Stommeln.
Über die Bruno- und Nagelschmiedstraße, vorbei am Jüdischen
Friedhof gelangen wir zum Wahrzeichen von Stommeln, der Windmühle (5,0km).
Sie wurde erstmals im 14. Jahrhundert errichtet. 1860 bis 1864 wurde die Mühle
in der heute noch erhaltenen Form erbaut. Zu erwähnen ist auch noch die einzige
aus der Vergangenheit erhaltene Synagoge im gesamten Kreisgebiet an der Hauptstraße
in Stommeln. Seit 1983 wird die Synagoge als Kulturzentrum genutzt.
Von der Mühle aus geht es über die Straße „Auf der Höhe“ und
an deren Ende rechts hinunter in den Ortsteil Stommeler Bruch, und von hieraus
über Wirtschaftswege nach Stommelerbusch (3,7 km).
Stommelerbusch ist der jüngste Ort im Stadtgebiet von
Pulheim. Im 19. Jahrhundert wurde der Ort gegründet . Aus den Wäldern in und um
den Ort wurde damals Holzkohle gebrannt. Außerdem wurden für den Eisenbahnbau
Bahnschwellen
Er ist einer der wenigen erhaltenen Altwälder in der Kölner
Region. Hier sind fast alle einheimischen Gehölze zu finden wie Esche, Buche,
Hainbuche, Linde, Pappel, Ahorn, Eiche und verschiedene Nadelbaumarten. Nach
einem Kilometer durch den Wald biegen wir rechts nach Sinnersdorf ab. In die
entgegengesetzte Richtung lohnt sich ein Abstecher zum Kloster Knechtsteden.
Wir setzen unseren Weg fort, vorbei am Reiterhof Gut
Brüngesrath, am Kölner Randkanal entlang, den wir dann überqueren, um parallel
zu einem 800 m langen Naturlehrpfad mit einheimischen Gehölzen nach Sinnersdorf
zu gelangen. Der Ort selbst wurde erstmals 1233 als Sunrisdorp in einem
Verzeichnis des Kölner Stiftes St. Severin erwähnt. Am Parkweg in Sinnersdorf
gibt es eine seltene Bauform, und zwar wurden die Häuser in sechseckiger Form
im Erdgeschoss verjüngt mit sehr viel Glas erbaut. In der Nähe von Sinnersdorf
befindet sich auch ein Biotop für Wasservögel und Amphibien. Mehr als 32
verschiedene Gehölz- und Pflanzenarten sorgen dafür, dass sich selten gewordene
Vogelarten hier ansiedeln. Damit die Vogel-, Tier- und Pflanzenwelt sich in
Ruhe und ohne Störung entwickeln kann, ist das Biotop nicht zugänglich.
Über die Wupper- und die Erftstraße geht es vorbei am Kreisverkehr
(8,5 km) und von der Rurstraße rechts auf die Feldstraße nach Orr, dem
kleinsten Ortsteil Pulheims. Orr besteht aus zwei großen Hofgütern, dem
Heinenhof und dem Kriegshof. Außerdem gibt es noch das Haus Orr mit dem
dazugehörigen Wald, dem Orrer Busch. 1838 wurde das Herrenhaus erbaut. Dazu
gehörte damals auch ein weitläufiger Garten im englischen Stil mit einem großen
Weier, auf dem man Kahn fahren konnte. Heute ist dies alles verschwunden.
Geblieben ist nur noch eine Ruine. Schade!
Von Orr (2,2 km) aus begeben wir uns über die Orrer
Straße, Witschgasse und Blumachergasse auf die letzen Kilometer der 47 km
langen Strecke.
Wir radeln entweder bis zum Marktplatz oder wieder zum Pulheimer Rathaus (3,2 km) und beenden unsere Pulheimer Herztour.
Der GPS-Track
kann hier runtergeladen werden. Bitte beachten Sie, dass
der kostenlos zur Verfügung gestellte GPS-Track zwar nach bestem
Wissen/Gewissen aufgezeichnet wurde, aber weder der Verfasser noch der ADFC
haften für Fehler im Track, geschweige denn für deren etwaige (Folge-)Kosten.
Am 16.10.2011
wurden 22 Rettungspunkte an der Herztour eingerichtet/markiert, die im
Geoinformationssystem der Rettungsleitstellen des Rhein-Erft-Kreises bzw. Kölns
hinterlegt sind, so daß die Leitstelle (Tel. 112) bei Angabe der
Rettungspunktbezeichnung sofort feststellen kann, woher der Notruf kommt und
der Rettungswagen/Notarzt unverzüglich dorthin dirigiert werden kann. Die
übrigen Schilder erhielten Aufkleber mit eindeutiger Schild-Nr. auf dem Pfahl,
so daß Schäden etc. leicht gemeldet und damit behoben werden können. Die
außerörtlichen Aufkleber enthalten Hinweise zum nächsten Rettungspunkt.
Innerorts sind keine Rettungspunkte vorgesehen, da hier Straßenschilder o. ä.
eine eindeutige Ortsangabe ermöglichen.

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